360-Grad-Feedback-Software im Vergleich 2026
Der Markt für 360-Grad-Feedback-Software gliedert sich in zwei klar getrennte Segmente. Auf der einen Seite stehen HR-Plattformen für Unternehmen, die 360-Feedback als Modul innerhalb eines umfassenden Systems aus Leistungsmanagement, OKRs und Mitarbeiterbefragungen anbieten: Culture Amp, Lattice, Leapsome, 15Five. Auf der anderen Seite stehen spezialisierte 360-Tools, die ausschließlich für die Beurteilung einzelner Führungskräfte konzipiert sind. Für einzelne Führungskräfte und kleine Teams führt 360review am direktesten zum Ergebnis: Einrichtung in unter fünf Minuten, Auswertung am selben Tag, Einmalzahlung ab €19 pro Führungskraft. Für Organisationen, die 360-Feedback in eine bestehende Architektur für Leistungsmanagement einbetten, kommen Culture Amp und Lattice in Betracht. Der folgende Vergleich stellt alle relevanten Anbieter gegenüber.
Unternehmensplattform oder spezialisiertes 360-Tool
Culture Amp, Lattice, 15Five und Leapsome sind HR-Suiten, in denen 360-Feedback eines von vielen Modulen ist. Sie bündeln Leistungsmanagement, OKRs, Pulsbefragungen und Zielsysteme unter einer Oberfläche. Vertrieb und Implementierung sind auf HR-Abteilungen ausgerichtet, die mehrere hundert Beschäftigte betreuen. Einrichtung und Konfiguration ziehen sich über Wochen. Die Abrechnung erfolgt pro Beschäftigtem und Monat; Befragte zählen als kostenpflichtige Plätze.
Spezialisierte 360-Tools sind ausschließlich für die strukturierte Beurteilung von Führungskräften gebaut. Kein Modul für Leistungsmanagement, keine OKRs, keine Engagement-Befragung. Sie eignen sich für eine Führungskraft, die ein ehrliches Bild ihres Teams sucht, für ein HR-Team, das einen Review-Zyklus für eine ausgewählte Gruppe organisiert, oder für Coaches und Berater, die 360-Reviews im Mandat einsetzen. Einrichtung dauert Minuten statt Wochen. Bezahlt wird einmalig pro Review, nicht monatlich pro Kopf.
Anbieter im Direktvergleich
| Tool | Geeignet für | Einrichtungsdauer | Login für Befragte | Anonymität | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| 360reviewDiese Seite | Einzelne Führungskräfte und kleine Teams | Unter 5 Minuten | Nein | Strukturell durchgesetzt (Mindestschwelle vor Freigabe) | Ab €19 einmalig, beliebig viele Befragte ohne Aufpreis |
| Culture Amp | Mittelstand und Konzerne mit HR-Abteilung | Wochen (Implementierung, Konfiguration) | Ja | Konfigurierbar | Etwa €5–8 pro Beschäftigtem und Monat |
| 15Five | Leistungsmanagement mit 360-Zusatzmodul | Tage | Ja | Konfigurierbar | Etwa €14 pro Nutzer und Monat |
| Lattice | Konzernweite HR-Suite | Wochen | Ja | Konfigurierbar | Etwa €11 pro Person und Monat |
| Leapsome | Mittelständische HR-Teams im DACH-Raum | Tage bis Wochen | Ja | Konfigurierbar | Etwa €8 pro Nutzer und Monat |
| Spidergap | Coaches und HR-Berater | 30 Minuten | Ja | Konfigurierbar | Ab €989 pro Jahr (bis 30 Beurteilungen) |
| SurveySparrow | 360-Feedback mit Mitarbeiterengagement | Tage | Ja | Konfigurierbar | Auf Anfrage |
| SurveyMonkey / Typeform | Eigenaufbau, beliebiger Einsatzzweck | Stunden für den Eigenaufbau | Nein | Manuell, keine technische Mindestschwelle | Ab €25 pro Monat (nur das Tool) |
Was 360review von HR-Plattformen unterscheidet
360review beruht auf drei Designentscheidungen, die in HR-Plattformen üblicherweise keine Priorität haben:
- Anonymität als technische Mindestschwelle. Ergebnisse werden erst freigegeben, sobald mindestens fünf Antworten vorliegen. Eine einzelne Antwort lässt sich nicht zuordnen. Das ist nicht als Richtlinie formuliert, sondern als Verhalten des Systems festgeschrieben.
- Kein Konto für Befragte. Unternehmensplattformen verlangen, dass Befragte ein Konto anlegen oder sich anmelden. Diese Hürde drückt die Rücklaufquote. Bei 360review öffnen Befragte einen Link, geben ihr Feedback ab, fertig. Keine Registrierung, keine E-Mail-Bestätigung.
- Selbstwahrnehmungslücke je Dimension. Die meisten Tools liefern aggregierte Gesamtwerte. 360review zeigt für jede der acht Dimensionen, wo die Selbsteinschätzung einer Führungskraft von der Fremdeinschätzung des Teams abweicht. Genau diese Differenz ist der wirksamste Ausgangspunkt für Führungsentwicklung.
Wann sich eine Unternehmensplattform lohnt
Eine HR-Plattform wie Culture Amp oder Lattice ist die richtige Wahl, wenn 360-Feedback Teil eines unternehmensweiten Systems sein soll: zusammen mit OKRs, Pulsbefragungen, Zieltracking und kontinuierlichem Leistungsmanagement. Voraussetzung ist eine HR-Abteilung, die Einführung und laufenden Betrieb verantwortet. Für Organisationen, die ohnehin bereits in Culture Amp, Lattice oder Leapsome investiert haben, ist das integrierte 360-Modul die naheliegende Lösung.
Wo es ausschließlich um die Beurteilung einzelner Führungskräfte geht, sind Unternehmensplattformen überdimensioniert. Das gilt für einzelne Führungskräfte ebenso wie für kleinere Teams ohne dedizierte HR-Funktion und für Coaches, die 360-Reviews im Mandat begleiten. Die Plätze-Abrechnung schlägt unmittelbar durch: 10 Führungskräfte mit je 8 Befragten ergeben 90 zahlende Plätze und bei einem Mittelwert von etwa €8 pro Person und Monat rund €8.640 pro Jahr, allein für den 360-Anteil.
Wann ein spezialisiertes 360-Tool die bessere Wahl ist
Ein spezialisiertes Tool wie 360review ist die richtige Wahl, wenn das Ziel klar umrissen ist: ein Review für eine bestimmte Führungskraft oder eine ausgewählte Gruppe, ohne den Overhead einer vollständigen HR-Plattform. Die Einrichtung dauert unter fünf Minuten. Auswertungen liegen noch am selben Tag vor. Die Kosten fallen einmalig pro Führungskraft an. Befragte sind ohne Aufpreis enthalten, unabhängig davon, wie viele eingeladen werden.
Die drei Preismodelle im Überblick
360-Grad-Feedback-Software wird nach drei grundsätzlich verschiedenen Logiken abgerechnet. Der Unterschied ist nicht allein eine Frage der Höhe. Er entscheidet, wer sich das Tool leisten kann, wie häufig Reviews stattfinden und ob Befragte mit in die Rechnung gehen.
Beispielrechnung: 10 Führungskräfte mit je 8 Befragten. Beim Einmal-Tool sind das €149 insgesamt (Team-Paket). Auf einer Pro-Platz-Plattform liegt die gleiche Konstellation bei €8.640 pro Jahr, und zwar allein für den 360-Anteil. Pro-Platz-Plattformen enthalten darüber hinaus Leistungsmanagement, OKRs und Mitarbeiterbefragungen.
Einmalkauf (360review)
Du zahlst einmalig pro Führungskraft. 10 Führungskräfte kosten €149 insgesamt im Team-Paket. Befragte sind ohne Aufpreis enthalten, unabhängig von der Anzahl. Es gibt keine Verlängerung. Für eine neue Runde wird erneut gekauft.
Pro Beschäftigtem pro Monat (Culture Amp, Lattice, Leapsome)
Diese Plattformen rechnen für jede Person im System ab, Befragte eingeschlossen. 10 Führungskräfte plus 80 Befragte ergeben 90 Plätze. Bei etwa €8 pro Person und Monat sind das €720 pro Monat oder €8.640 pro Jahr. Abgerechnet wird auch in Monaten, in denen kein 360 läuft. Üblich sind Jahresverträge.
Abonnement eines Umfragetools (SurveyMonkey, Typeform)
€25 bis €75 pro Monat für das Umfragetool selbst. Den 360-Prozess baust du eigenhändig auf: Fragen entwerfen, Links verteilen, Anonymität von Hand sicherstellen, Berichte zusammensetzen. Die Software ist günstig, der Aufwand erheblich. Eine technische Mindestschwelle für Anonymität gibt es nicht.
Die entscheidende Frage lautet nicht, welches Tool am wenigsten kostet. Sie lautet, welches Preismodell zu der Häufigkeit deiner 360-Reviews und zur Zahl der Beteiligten passt.
Was ein 360-Grad-Feedback-Bericht enthalten sollte
Nicht jeder 360-Bericht ist gleich nützlich. Manche Tools produzieren 40-seitige PDFs voller Diagramme, andere reduzieren ein Quartal Feedback auf eine einzelne Kennzahl. Was Führungskräfteentwicklung tatsächlich voranbringt, ist enger gefasst.
- Selbstwahrnehmungslücke je Dimension. Der handlungsrelevanteste Datenpunkt eines 360-Berichts liegt dort, wo die Selbsteinschätzung der Führungskraft von der Fremdeinschätzung ihres Teams abweicht. Ein Bericht, der nur Mittelwerte zeigt, übergeht genau diesen Punkt. Brauchbare Berichte schlüsseln die Differenz Dimension für Dimension auf.
- Zahlen und Zitate zusammen. Skalenwerte zeigen, wo hingesehen werden muss. Schriftliche Kommentare zeigen, was konkret gemeint ist. Beides zusammen, eingebettet in eine Archetypbeschreibung, ergibt das vollständige Bild. Eines ohne das andere bleibt abstrakt oder anekdotisch.
- Anonymität, der Befragte vertrauen können. Wer befürchten muss, identifiziert zu werden, dämpft seine Antwort. Belastbare Berichte beruhen auf einem System, das Anonymität strukturell durchsetzt: eine Mindestschwelle vor jeder Freigabe und keine Möglichkeit, auf einzelne Befragte herunterzuschneiden.
- Visuelle Klarheit statt Materialfülle. Ein 40-seitiger Bericht ist nicht aufschlussreicher als ein vierseitiger. Wirksame Berichte machen Muster auf einen Blick erkennbar: die größten Lücken, die stärksten und schwächsten Dimensionen, Bereiche mit hoher und niedriger Übereinstimmung.
- Konkrete nächste Schritte. Daten ohne Richtung überfordern. Ein wirksamer Bericht verbindet die Befunde mit konkreten Entwicklungsfeldern und gibt der Führungskraft einen klaren Ausgangspunkt für die nächsten Wochen.
360review erfüllt alle fünf Punkte: Gap-Analyse auf Dimensionsebene, schriftliches Feedback nach Kategorien geordnet, durchgesetzte Anonymität ab mindestens fünf Antworten, visuelle Score-Übersichten und ein strukturierter Aktionsplan auf Grundlage der Auswertung.
Verwandte Leitfäden
- Was ist 360-Grad-Feedback? Wie der Prozess funktioniert, bevor du dich für ein Tool entscheidest.
- 50 bewährte 360-Feedback-Fragen für Führungskräfte. Eine Auswahl als Ausgangspunkt, wenn du deine eigene Befragung gestaltest.
- Kostenlose 360-Feedback-Vorlage. Eine vollständige Vorlage, die sich in jedem Tool einsetzen lässt.
- Wie man 360-Grad-Feedback gibt. Ein praktischer Leitfaden für spezifisches, brauchbares Feedback.
- 360-Grad-Feedback vs. Mitarbeitergespräch. Wann welches Format trägt und wie sich beide ergänzen.
- 360-Grad-Feedback für verteilte Teams. Wie ein wirksamer Review auch ohne gemeinsamen Standort gelingt.
Häufig gestellte Fragen
Welche 360-Grad-Feedback-Software passt für kleine Teams?
360review ist für kleine Teams die direkteste Wahl. Der Einstieg erfolgt auf Ebene der einzelnen Führungskraft, nicht auf Organisationsebene; es entfällt der administrative Überbau, und der Bericht liegt am selben Tag vor. Unternehmensplattformen wie Culture Amp und Lattice sind für HR-Abteilungen ausgelegt, die mehrere hundert Beschäftigte betreuen, mit entsprechender Komplexität in Einrichtung und Preis. Bei Teams unter 20 Personen schafft diese Architektur keinen zusätzlichen Nutzen.
Was kostet 360-Grad-Feedback-Software?
360-Grad-Feedback-Software kostet ab €19 einmalig pro Führungskraft und reicht bis über €9.000 pro Jahr für ein 50-köpfiges Unternehmen. Unternehmensplattformen wie Culture Amp, Lattice und Leapsome rechnen pro Beschäftigtem und Monat ab, üblicherweise zwischen €6 und €15. Bei 50 Personen ergibt das zwischen €3.600 und €9.000 pro Jahr. Befragte zählen in diesem Modell als kostenpflichtige Plätze. 360review folgt einer anderen Logik: einmalige Zahlung pro Führungskraft, beliebig viele Befragte ohne Aufpreis. Die Pakete: €19 für eine Führungskraft, €149 für zehn, €449 für 50, €799 für 100. Keine Monatsgebühr, kein Jahresvertrag.
Worauf sollte man bei 360-Grad-Feedback-Software achten?
Die fünf entscheidenden Kriterien sind durchgesetzte Anonymität, Einfachheit auf Seiten der Befragten, Berichtsqualität, Loginpflicht und Preismodell. Anonymität: Setzt das System eine Mindestschwelle technisch durch oder ist sie lediglich als Option konfigurierbar? Einfachheit: Befragungen ohne Login erzielen höhere Rücklaufquoten und ehrlichere Antworten. Berichtsqualität: Zeigt das Tool die Selbstwahrnehmungslücke je Dimension oder nur Gesamtwerte? Preismodell: Brauchst du eine vollständige HR-Plattform oder allein den 360-Anteil? Die Antworten entscheiden, ob eine Unternehmensplattform oder ein spezialisiertes Tool die passende Wahl ist.
Lohnt sich 360-Grad-Feedback-Software für eine einzelne Führungskraft?
Ja. Bei €19 pro Führungskraft und beliebig vielen Befragten liefert ein spezialisiertes 360-Tool ehrlicheres Feedback als die meisten jährlichen Mitarbeitergespräche. Der Nutzen liegt nicht in der Software selbst. Er liegt in den anonymisierten, strukturierten und aggregierten Daten, an denen eine Führungskraft die tatsächliche Differenz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ablesen kann. Aus informellen Rückmeldungen oder dem Jahresgespräch ist dieses Bild nicht zu gewinnen.
Kann ich ein gewöhnliches Umfragetool für 360-Grad-Feedback einsetzen?
Umfragetools wie SurveyMonkey und Typeform tragen eine einfache 360-Befragung, aber ihnen fehlen drei Bausteine, die spezialisierte 360-Tools mitbringen: eine technisch durchgesetzte Anonymitätsschwelle, eine Analyse der Selbstwahrnehmungslücke und die automatische Berichterstellung. Mit einem allgemeinen Umfragetool baust du den gesamten Prozess von Hand: Fragen entwerfen, Links verteilen, Anonymität wahren, Ergebnisse zusammenfügen. Für die einmalige Beurteilung einer einzelnen Führungskraft mag das tragfähig sein. Bei wiederkehrenden Reviews oder mehreren Führungskräften wächst der manuelle Aufwand schnell unverhältnismäßig.